Fazit unserer Reise mit der MSC Fantasia

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05 11 West Europa

Hier wollen wir ein Resümee unserer ersten Kreuzfahrt ziehen. Dies ist ein ganz persönlicher Blick auf die Reise. Andere Teilnehmer derselben Kreuzfahrt mögen ganz andere Erfahrungen gemacht haben. Wir jedenfalls waren rundum zufrieden, unsere Erwartungen wurden deutlich übertroffen. Wir haben uns auf der MSC Fantasia sehr wohl gefühlt, sowohl in unserer Kabine 13048 als auch in den öffentlichen Einrichtungen des Schiffes. Wir freuten uns, trotz der "knarzenden Balkontür" in der Kabine, auf die Nächte und die sanfte Bewegung des Schiffes, die uns in den Schlaf schaukelte.

Die Kabine 13048 auf Deck 13 - Arcobaleno - war geschmackvoll und zweckmäßig eingerichtet. Der Schrank war ausreichend groß, zwei Koffer und eine Reisetasche konnten wir unter dem Bett verstauen. Dieses war sehr bequem, die Bettdecke aus Leintuch und Wolldecke ist nicht jedermanns Sache, wir sind das aus italienischen Hotels so gewohnt. Man konnte sich auch länger in der Kabine aufhalten, es gab ein Klappsofa, einen Hocker, Couchtisch, Schreibtisch und Minibar. Der Fernseher war allerdings knapp unter der Kabinendecke viel zu hoch angebracht, um beispielsweise bei Schlechtwetter einmal einen ganzen Film entspannt anzusehen. Das Bad oder besser die Nasszelle war zweckmäßig, gerade groß genug, und gut ausgestattet. Die Kabine wurde mehrmals am Tag gereinigt und aufgeräumt. Handtücher wurden ersetzt, wenn Sie nur feucht waren. Der Balkon war erwartungsgemäß traumhaft. Selbst bei den herrschenden Vorfrühlingstemperaturen ließ es sich dort gut aushalten. Mit zwei Sesseln und einem Tischchen geht die Ausstattung in Ordnung.

Personal und Service waren in Ordnung, die italienischen Bediensteten wirkten und benahmen sich häufig sehr arrogant. Das asiatische Personal dagegen war sehr freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit. Die Sicherheitsleute, mit denen wir nur beim Verlassen oder Betreten des Schiffes zu tun hatten, waren äußerst unhöflich und unfreundlich.

Die Essensauswahl hat uns gut gefallen. Die Idee, jeden Abend eine andere italienische Region in den Vordergrund zu stellen, fanden wir gut. Das Essen war dadurch recht abwechslungsreich. Wer mit italienischer Küche nicht zurechtkommt, wird aber sicher seine Probleme haben. Nachsalzen mussten wir immer, manchmal waren das Fleisch oder der Fisch etwas zu trocken geraten.
Im Reisepreis enthaltene Mahlzeiten sind das Frühstück, das Mittagessen, der Nachmittagskaffe mit Kuchen und Sandwiches, das Abendessen und der Mitternachtsimbiss. Wer zu anderen Zeiten Hunger hat, kann sich gegen Bezahlung eine Kleinigkeit auf die Kabine bringen lassen.
Frühstücken und Mittagessen kann man wahlweise in den Selbstbedienungsrestaurants "Zanzibar" und "L'Africana", oder mit Bedienung in den Restaurants "Cerchio d'Oro" und "Red Velvet". Das Abendessen findet ausschließlich in den Bedienrestaurants statt. Das "L'Africana" mutiert abends zur Pizzeria. Diese ist aber zuzahlungspflichtig, wie auch das mexikanische Restaurant "Tex Mex" und das französische Restaurant "L'Etoile". Auch in der "Cantina Toscana" sind Speisen zuzahlungspflichtig. Die Preise in allen Zuzahlrestaurants sind aber moderat. Die Getränkepreise sind akzeptabel, und lassen sich durch den Kauf von Getränkepaketen noch etwas drücken. Die Preise für Espresso und Cappuccino liegen dankenswerterweise auf italienischem Niveau. Ein Espresso an einer der zahlreichen Bars kostet 1,10 Euro.

Poollandschaft 'I Tropici'

Das Freizeit- und Unterhaltungsangebot auf dem Schiff ist riesig, wir haben nur einen kleinen Teil davon genutzt. Gut besucht waren stets die Badebereiche, besonders der überdachte Poolbereich 'I Tropici', der leider komplett Raucherzone war. Hier waren auch die Whirlpools meist voll. Es gibt auf dem Schiff aber auch andere Whirlpools, die etwas abseits liegen und daher nicht so stark frequentiert sind. Eher klein ist die so genannte Thermalzone, bestehend aus mehreren kleinen Saunen, zwei Dampfbädern und einem Ruheraum. Dieser hat gerade mal sechs Liegen, die - zumindest bei unseren beiden Aufenthalten dort - ständig belegt waren. Während der Sommermonate dürfte die Thermalzone aber sowieso zu den weniger gefragten Angeboten gehören. Ungewohnt und für Saunagänger eher lästig ist die Regelung, dass die Saunen nur mit Badebekleidung benutzt werden dürfen. Der Eintritt ist mit 12 Euro pro Person und Stunde auch zu teuer, erst bei kombinierten Sonderangeboten ergeben sich günstigere Besuchsmöglichkeiten.
Wer Ruhe sucht, findet sie auf dem großen Schiff problemlos, und sei es in der Kabine oder auf dem Balkon. Wer sich unterhalten lassen möchte, findet ein großes und vielseitiges Angebot, wie beispielsweise Squash, Tischkicker, Tischtennis, Aerobic, 4D-Kino, Formel1-Simulator. Animation mit allen möglichen Spielchen findet in der "L'Insolito Lounge' statt. Im Theater "L'Avanguardia" findet allabendlich eine knapp halbstündige Show mit Tanz- Gesangs- und Artistikelementen statt.

Die MSC Fantasia ist ein riesiges Schiff, wir fanden es aber nie zu groß. Da wir vorher noch nie auf einer Kreuzfahrt waren, hatten wir keinen Vergleich, und so erschien uns das Schiff weder als zu groß noch zu klein. Wir nahmen es, wie es ist. Nur einmal wurde mir die Größe tatsächlich bewusst, als ich beim Abendessen unsere Getränkegutscheine vergessen hatte und zurück in die Kabine musste, um diese zu holen. Danach rechnete ich aus, dass ich vom Cerchio d'Oro bis zur Kabine und wieder zurück gut 600 Meter zurückgelegt hatte. Hier kamen im Lauf der Reise also einige Kilometer zusammen, was aber angesichts der vielen Mahlzeiten eher von Vorteil war.
Die Passagiere verteilten sich sehr gut auf dem Schiff, selten sahen wir mehr als 50 Menschen gleichzeitig. Ausnahmen waren das Frühstück im L'Africana Restaurant und Aufführungen oder Vorträge im L'Avantgardia Theater. Wer hierzulande ein größeres Kino besucht, wird aber ebenfalls so viele Menschen sehen. Selbst beim Abendessen im Cerchio d'Oro fühlte man sich dank der räumlichen Trennelemente wie in einem gut besuchten Restaurant, nicht wie in einem Speisesaal.

Unsere Reise. Bild: MSC Kreuzfahrten

Die Reiseroute fanden wir ansprechend und interessant. Barcelona hat uns gut gefallen, wie auch Madeira, Teneriffa und Lanzarote. Landschaftlich beeindruckend, angenehmes Klima. Málaga war auch sehr schön, und Rom ist ja immer eine Reise wert. Diese Stadt werden wir uns noch einmal ganz ausführlich ansehen. Auch Barcelona werden wir bestimmt noch einmal besuchen, eine Woche Wanderurlaub auf Madeira könnten wir uns genauso gut vorstellen wie einmal auf Lanzarote eine Woche am Strand zu entspannen. Bedauerlich fanden wir, dass entgegen der ursprünglichen Planung nicht bei Gibraltar gehalten wurde. Auch wenn es nur ein technischer Stopp von zwei Stunden Dauer gewesen wäre, hätten wir uns vielleicht doch ein bisschen vom Balkon aus mit dem Fernglas umsehen können.
Gut gefallen hat uns auch der hohe Anteil von 4 1/2 Seetagen an der 11-tägigen Reise. an diesen konnten wir das Schiff gut erforschen und einige der Unterhaltungs- und Freizeitangebote ausprobieren.

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05 06 Östliches Mittelmeer


Was uns gefallen hat

  • die MSC Fantasia selbst
  • das geschmackvolle Innendesign
  • das freundliche asiatische Personal
  • die Sauberkeit auf dem Schiff
  • die Speisenauswahl im SB-Restaurant
  • die täglich wechselnden Menüs, jeweils einer anderen italienischen Region gewidmet
  • die Manhattan-Bar
  • die Musik vom Easy Quartett in der Manhattan Bar
  • die Musik von "Diego" in der Manhattan Bar
  • unsere Kellner I Gede Augustin Maryo und I Gusti Puta Suena im Cerchio d'Oro
  • der "Cosmic Coaster" im 4D-Kino
  • das Bordinformationssystem
  • die Whirlpools
  • die Bali-Massagen
  • der Ruheraum in der Thermalzone
  • die Landausflüge, die wir alle gut selbst organisieren konnten

Was uns nicht gefallen hat

  • ein sporadisch auftretendes Klappern in der Deckenverkleidung über unserem Bett
  • die bereits bei leichtem Seegang knarzende Balkontüre
  • das unschöne Melamingeschirr im L'Africana
  • Holzspatel statt Kaffeelöffeln im L'Africana
  • der grauenhaft schmeckende Kaffee
  • das Rauchen in der L'Insolito Lounge und unser damit verbundener Verzicht auf viele dort stattfindende Veranstaltungen
  • die so genannten "Gesellschaftstänze" ab 21 Uhr in der Liquid Disco, die nur im Abspielen einer grauenhaften CD bestanden ("Rock around the clock" auf einem Akkordeon gespielt)
  • keine Möglichkeit, vom Schiff nach vorne über den Bug zu sehen
  • die Unfreundlichkeit der Verkäuferin im Logo-Shop
  • der arrogante Maitre d'Hotel im Cerchio d'Oro
  • das unfreundliche Sicherheitspersonal
  • die Horror-Preise für Handy-Telefonie und SMS auf See
  • die teuren Internetpreise (60 Minuten 25,00 Euro)
  • die Eintrittspreise für die Thermalzone (1 Stunde: 12 Euro)
  • das knappe Angebot von nur 6 Liegen im Ruheraum der Thermalzone
  • die Pflicht zum Tragen von Badekleidung in der Sauna

Was wir verpasst haben

  • jeden Mitternachtsimbiss, besonders das Buffet "Magnifico"
  • den Kapitänsempfang
  • den Hauptgewinn von 2000 Euro beim Bingo (wir haben aber gar nicht teilgenommen)

und abschließend noch ein bißchen Statistik:

Mit dem Schiff zurückgelegte Wegstrecke:

von nach Seemeilen Kilometer (SM * 1,852) Fahrzeit in Std.
Genua (Italien) Barcelona (Spanien) 355 sm 657,5 km 20
Barcelona (Spanien) Funchal (Madeira) 1125 sm 2083,5 km 61
Funchal (Madeira) Santa Cruz, Teneriffa (Spanien) 278 sm 515 km 14,5
Santa Cruz, Teneriffa (Spanien) Arrecife, Lanzarote (Spanien) 156 sm 289 km 13
Arrecife, Lanzarote (Spanien) Málaga (Spanien) 659 sm 1220,5 km 38
Málaga (Spanien) Civitavecchia (Italien) 847 sm 1568,5 km 42
Civitavecchia (Italien) Genua (Italien) 187 sm 346,5 km 12
Gesamt   3607 sm 6680,5 km 200,5 = 8 Tage und 8,5 Std.

Bei Landausflügen zurückgelegte Wegstrecken:

Ort was? Kilometer Zeit in Std.
Barcelona (Spanien) Portbus, HoHo-Bus, Metro, Stadtbummel 27 km 4,25
Funchal (Madeira) Taxitour, Spaziergänge 130 km 7
Santa Cruz, Teneriffa (Spanien) Portbus, Mietwagen, Seilbahn 183 km 7,5
Arrecife, Lanzarote (Spanien) MSC-Shuttlebus, Mietwagen, Timanfaya-Bustour 134 km 7
Málaga (Spanien) MSC-Shuttlebus, Spaziergang 12 km 3,5
Civitavecchia (Italien) Portbus, Fußweg, Zug, Fußweg, Metro, Zug 183 km (davon 16 km in Rom) 10
Gesamt   669 km 39,25

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