Wie unsere erste Kreuzfahrt begann
Hier wollen wir erzählen, wie es zu unserer ersten Kreuzfahrt kam.
27.9.2008 - Aus heiterem Himmel
Mit dieser Zeitungsanzeige fing unsere erste Kreuzfahrt an.
Es war eine Zeitungsanzeige, die uns dazu veranlasste, spontan und noch am gleichen Tag unseren Winterurlaub - und damit die erste Kreuzfahrt unseres Lebens - zu buchen:
Wir hatten zwar in der Vergangenheit schon das eine oder andere Mal darüber gesprochen, dass eine Mittelmeerkreuzfahrt auch "irgendwann einmal" unser Urlaub sein könnte, konkrete Planungen gab es aber bis dato nicht. Ich muß zugeben, die Anzeige hat mich angesprochen. Der Preis, die Reiseroute, das Schiff, all das bewegte mich dazu, die ganzseitige Zeitungsanzeige nicht gleich zu überblättern, sondern sie eine Weile zu betrachten.
Von Genua aus sollte die Reise zunächst nach Barcelona führen, weiter durch die Straße von Gibraltar hinaus in den Atlantik bis zur Blumeninsel Madeira. Von dort Richtung Süden zur Kanareninsel Teneriffa, weiter zur Vulkaninsel Lanzarote und dann wieder zurück ins Mittelmeer. Nach einem halbtägigen Besuch der andalusischen Hafenstadt Málaga führte die Reise noch ins italienische Civitavecchia, von wo aus man die ewige Stadt Rom besuchen konnte.
Ich hatte an diesem Samstag ziemlich viel Zeit und so begann ich im Internet zu recherchieren. Zunächst suchte ich die beschriebene Reise und stellte schnell fest, dass es wenig Preisunterschiede bei den einzelnen Anbietern gab. Gut gefiel mir das Angebot von Kreuzfahrtberater.de, da hier mit einem "Bordguthaben" geworben wurde. Also wenigstens ein kleiner Nachlass. Außerdem konnte man sich hier direkt auf den Deckplänen freie Kabinen anzeigen lassen.
Dann scannte ich verschiedene Foren, um herauszufinden, wo die Kabine am besten liegen sollte - oben, unten, mittschiffs, Bug, Heck, steuerbord, backbord. Ich las mehrere Forenbeiträge und schnell war für mich klar: eine Innenkabine kommt nicht in Frage, es soll schon eine Außenkabine mit Balkon sein. Eine eingeschränkte Sicht wollte ich auch nicht in Kauf nehmen. Ich fand auch heraus, dass wir uns eher im Bug als im Heck, wo eventuell Motorengeräusche stören könnten, wohl fühlen würden.
Das Angebot unserer Reise bei Kreuzfahrtberater.de
Ich kehrte zurück auf die Webseite vom "Kreuzfahrtberater" und sah mir die verschiedenen Preiskategorien an. Langsam arbeitete ich mich gedanklich hoch, und legte nochmals einen Hunderter und noch einen Hunderter drauf, bis ich auf dem obersten Deck 13 - "Arcobaleno" - angekommen war. Das war dann die Kategorie "Balkonkabine Superior". Nur die Junior-Suiten und der exclusive "Yacht Club" mit seinen Suiten wäre noch teurer gewesen, und zwar deutlich teurer. Der Preis für die Kabine betrug 1.288,00 Euro pro Person, ganz schön weit weg von den ursprünglichen 590,00 Euro der Zeitungsanzeige. Dabei war es ja eigentlich gerade dieser Preis gewesen, der unser Interesse geweckt hatte.
Ich sah mir den Deckplan der MSC Fantasia beim "Kreuzfahrtberater" an und startete eine Versuchsbuchung. Dabei sah ich, dass nur noch drei Kabinen auf dem Deck frei waren. Eile bei der Buchung schien also geboten. Wir überlegten alles noch einmal, aber nicht zu lange, und schließlich füllte ich das Buchungsformular für die von uns ausgesuchte Kabine 13048 aus. Später stellte ich übrigens fest, dass immer nur eine kleine Anzahl von freien Kabinen angezeigt wird, wohl um einen entsprechenden Handlungsdruck aufzubauen, was bei uns ja auch ganz gut funktioniert hat. Eine Woche später waren auf dem von uns gewählten Deck erneut 8 Kabinen frei.
Die Bestätigung unserer Option folgte umgehend per email. Da wir uns ja bereits fest entschlossen hatten, antwortete ich wiederum gleich und bestätigte die Buchung. Eine Stunde später hatten erhielten wir unsere verbindliche Buchungsbestätigung.
So schnell arbeitete das Reisebüro Kreuzfahrtberater.de übrigens immer. Wenn ich noch eine Frage hatte und diese per email stellte, erhielt ich meist innerhalb von einer Stunde eine Antwort, auch am Wochenende und sogar spätabends.
Ich bestellte übrigens noch am gleichen Tag bei MSC einen Katalog. Als ich diesen dann später erhielt und durchblätterte, stellte ich fest, dass die Katalogpreise nirgends verlangt werden, nicht einmal die "Frühbucher-Preise". Die Angebote bei verschiedenen Anbietern lagen immer deutlich darunter. Unsere Reise hätte laut Katalog pro Person 2.519,00 Euro kosten sollen, der "Frühbucherpreis" wäre 1.839,00 Euro gewesen, wir haben schließlich 1.249,00 Euro zuzüglich 39,00 Treibstoffzuschlag bezahlt, von denen noch einmal der vom "Kreuzfahrtberater" angebotene "Kreuzfahrtberater-Bonus" in Höhe von 30,00 Euro abgezogen wurde. Endpreis war für uns also 1.258,00 Euro pro Person.
24.10.2008 Webcheckin mit MSC Express
Wer den MSC Express Checkin bereits vorab erledigt, wird beim Einchecken in einen bevorzugten Bereich geleitet und dort schneller als in der "normalen" Schlange abgefertigt. Also haben wir heute den MSC Express-Checkin im Internet durchgeführt. Dazu geht man auf die Seite www.msc-kreuzfahrten.de und ruft dort den Bereich "MSC Express" auf. Dann trägt man die Buchungsnummer, seinen Namen, das Schiff und das Afahrtdatum ein. Schlließlich muss man noch einen Sicherheitscode abschreiben und in das vorgesehene Feld übertragen. Stimmen alle Daten, gelangt man zu einer Übersicht aller unter der Buchungsnummer gebuchten Personen, und kann dann die noch fehlenden Daten ergänzen sowie die Nummer des Personalausweises oder Reisepasses eintragen. Hat man alle Daten eingegeben, drückt man auf "Formular für Express-Checkin erstellen", worauf das Einschiffungsformular als pdf erstellt wird und anschließend ausgedruckt werden kann.
Das funktionierte bei uns leider nicht, ich hatte nur die Möglichkeit, die erstellte Datei zu speichern. Ansehen oder drucken konnte ich sie nicht. Ein weiterer Versuch, das Formular zu erstellen, wurde von der Webseite abgelehnt mit der Fehlermeldung "Formular bereits erstellt". Ich vermute, es liegt daran, dass ich nicht den Acrobat Reader als pdf-Programm installiert habe, sondern den alternativen Foxit Reader. Ich wandte mich an MSC Deutschland in München, und erhielt von dort schnell eine email zurück, ich sei erneut für den Express Checkin freigeschaltet worden und solle es nochmal probieren. Bevor ich das tat, installierte ich aber erst einmal den Acrobat Reader. Dann wiederholte ich den Web-Checkin, erzeugte das Formular, und konnte dieses auch problemlos ausdrucken.
9.12.2008 - Wir bestellen noch Packages
Nachdem ja alle Getränke auf unserer Reise extra bezahlt werden mußten, überlegten wir, ob wir nicht schon im Vorfeld Getränkepakete bestellen und damit bei den Ausgaben für die Getränke etwas sparen könnten.
Unser Reisebüro Kreuzfahrtberater.de mailte uns eine Liste mit den zur Verfügung stehenden Paketen.
Davon kamen für uns in Frage:
- Bier Package: 14 Bier 0,33 ltr. für 33,00 Euro
- Wasser Package: 14 Flaschen Mineralwasser für 25,00 Euro
- Wine Package Classic: 1 Weißwein, 2 Rotwein, 1 Rosé, dazu 7 Flaschen Mineralwasser für 69,00 Euro
- Wine Package Superior: 3 Weißwein, 3 Rotwein, 1 Rosé, dazu 7 Flaschen Mineralwasser für 109,00 Euro
- Wine Package "Only Wite": 6 Flaschen Weißwein, dazu 7 Flaschen Mineralwasser für 139,00 Euro
- Wine Package "Only Red": 6 Flaschen Rotwein, dazu 7 Flaschen Mineralwasser für 139,00 Euro
Auf dem Schif wurde später auch noch ein "Großes" Bierpaket angeboten, 14 Bier 0,4 ltr. für 59,00 Euro, sowie ein "Cocktail Package", 12 Alkohol-Cocktails für 69,00 Euro.
Schließlich bestellen wir das Wasserpaket und das Weinpakte "Superior". Später sollte sich herausstellen, dass wir dies auch bei der Einschiffung oder später an Bord erledigen hätten können. Vom Preis machte es keinen Unterschied. Gut funktioniert hat es jedenfalls, bei unserer Einschiffung lagen die beiden Gutscheinhefte schon in der Kabine bereit.
16.12.2008 - Die Fantasia hat die Werft verlassen
Durch Berichte in Shipspotter-Foren erfahren wir, dass die MSC Fantasia planungsgemäß die Werft Chantiers de l'Atlantique im französischen St. Nazaire verlassen hat und sich nun auf ihrer ersten Fahrt nach Neapel befindet, wo sie am 18. Dezember getaut werden soll. Video:
18.12.2008 - Taufe der MSC Fantasia in Neapel
Die Taufe der MSC Fantasia wird live im Internet übertragen. Um 18:30 sitzen wir gespannt vor dem PC und warten auf den Beginn der Übertragung. Und tatsächlich, (fast) pünktlich geht es los. Zum ersten Mal sehen wir das Pooldeck live, in "Realtime". Nach einer kurzen Begrüßung durch eine Moderatorin wird zur Bühne umgeschaltet, wo neapolitanische Trommler und Tänzer die Show eröffnen. Danach beginnen Begrüssungen und Reden, aber glücklicherweise blendet der Regisseur hier ab und schaltet zurück auf das Schiff. Aber auch hier wird viel geredet: die professionell gemachte Übertragung räumt den Auftraggebern natürlich viel Redezeit ein, neben dem Besitzer von MSC, Gianluigi Aponte, und seinem CEO Pierfrancesco Vago, kommen noch einige andere Manager von MSC Crociere zu Wort. Dazwischen gibt es aber immer wieder kurze Einspielflme vom Schiff. Endlich bekommen wir nach all den Computerbildern und seit einigen Tagen auch "echten" Fotos vom Inneren der MSC Fantasia nun auch einmal Bewegtbilder zu sehen. Gut eineinhalb Stunden sind schon vergangen, ein Ende ist noch nicht abzusehen.
Ich stelle fest, dass ich mittlerweile ganz gut italienisch verstehe, dem Interview mit Kapitän Bossi kann ich recht gut folgen.
Währenddessen erleben die geladenen Gäste unten am Kai vor dem Bug der MSC Fantasia, die damit den Hintergrund der Sowbühne bildet, eine buntes, sehr neapolitanisches Showprogramm. Es gibt Auftritte von Pino Daniele, Lucio Dalla und dem bei uns zwar nicht so, aber in Italien und den USA sehr bekannten Sänger und Bandleader Renzo Arbore mit seinem Orchestra Italiana.
Endlich, nach zweieinhalb Stunden, ist es gegen 21 Uhr soweit. Sophia Loren - seit etlichen Jahren Taufpatin aller MSC-Schiffe, schreitet, begleitet von Gianluigi Aponte, den Künstlern und Herrn Bossi, dem Kapitän der MSC Fantasia, zur Plattform, von der ein Band in den italienischen Farben rot-weiß-grün nach oben in die Nachthimmel läuft. Ein beherzter Schnitt mit der Schere durchtrennt das Band, an dessen anderem Ende die obligatorische Champagnerflasche hängt. Exakt auf dem "S" des "MSC"-Schriftzugs am Bug der Fantasia zerschellt die Champagnerflasche unter großem Jubel der anwesenden Gäste. Konfettiregen, Feuerwerk - fertig! Endlich ist "unser" Schiff getauft, und wir sind damit unserer Reise ein gutes Stück näher gekommen. Video:
20.12.2008 - Jetzt doch mit Zwischenübernachtung
Das Hotel NH Marina liegt auf einer Mole im Porto Antico in Genua.
In den vergangenen Tagen haben wir mehrfach Überlegungen zur Anreise angestellt. Die bisherige Planung sah vor, dass wir unseren Wohnort Konstanz so verlassen, dass wir etwa gegen 13 Uhr an der Ponte dei Mille in Genua ankommen. Mit der Buchung haben wir ja bereits einen Parkplatz reserviert. In Foren haben wir gelesen, dass man mit dem Wagen am Hafengebäude vorfährt, dort das Gepäck ablädt und das Auto gegen eine Quittung und Zahlung der Parkgebühren einem "Wegparker" überlässt. Pünktlich anzukommen, erfordert natürlich einerseits eine ebenso pünktliche Abreise, andererseits darf nichts dazwischenkommen, was bei einer Anreise im winterlichen Februar durch die Alpen aber nicht ausgeschlossen werden kann. Ich recherchiere bei der deutschen Bahn und ihren schweizer und italienischen Pendants, ob es einen Nachtzug gibt, sodass wir Konstanz am Abend verlassen könnten und Genua am nächsten Morgen ausgeruht erreichen. Aber: Fehlanzeige, es gibt keinen passenden Zug. Sechsmaliges Umsteigen, Aufenthalte von bis zu sechs Stunden und ein Preis, der nur wenig unter den Kfz-Reisekosten liegt, machen die Bahnreise auch dieses Mal nicht konkurrenzfähig.
Wir haben uns nun doch entschlossen, ein Hotel in Genua zu buchen und bereits am Vorabend anzureisen. So können wir Konstanz um die Mittagszeit verlassen und sollten Genua bequem am Abend erreichen. Nach der Übernachtung werden wir dann die paar hundert Meter zur Ponte Andrea Doria fahren, das Auto abgeben und dann ein - aufgrund unseres Web-Checkins hoffentlich sehr kurzes - Einchecken absolvieren.
Unsere Wahl fällt auf das Hotel NH Marina, das des Öfteren in Kreuzfahrer-Foren erwähnt wird. Seine Lage in unmittelbarer Nähe des Porto Antico, mit dem Aquarium und dem "Bigo", macht es zum idealen Quartier für die Pre-Cruise.
21.12.2008 - Eine eigene Website für unsere Reise
Ich entschließe mich, unsere Reise (und die Vorbereitungen) nicht nur lokal auf dem Rechner zu dokumentieren, sondern, um unsere Erlebnisse unseren Verwandten und Freunden leichter zugänglich zu machen, eine eigene Website unter der domain www.fantasiakreuzfahrt.de anzulegen. Bei unserem Provider evanzo.de ist das schnell erledigt, nach einem halben Tag ist die domain registriert.
(Update Ende 2011: Da wir zwischenzeitlich weitere Kreuzfahrten unternommen haben, die nicht zur domain www.fantasiakreuzfahrt.de passen, gibt es diese domain nicht mehr. Wir haben alle unsere Reiseberichte nun in der domain www.KreuzfahrtAlbum.de zusammengefasst.)
9.1.2009 - Die Reiseunterlagen kommen
Die Reiseunterlagen - ein mehrseitiges Heft mit Tickets und Kofferanhängern.
Viel früher als erwartet erhielten wir eine e-mail unseres Reisebüros Kreuzfahrtberater.de, dass die Reiseunterlagen bereits eingetroffen und an uns weiter gesandt worden seien. Das beruhigte mich ungemein, nachdem in manchen Internetforen davon gesprochen wurde, dass - speziell von MSC - die Reiseunterlagen erst sehr knapp oder erst nach einigen Anrufen eingetroffen seien. Wir hatten ja noch fast 4 Wochen Zeit bis zum Reisebeginn. Eigentlich hätte heute erst der Restbetrag der Reise bezahlt sein müssen, ich hatte dies aber wegen des Jahreswechsels bereits kurz nach Weihnachten erledigt. Kreuzfahrtberater.de hatte mir umgehend den Zahlungseingang bestätigt und die Zusendung der Reiseunterlagen für "10 bis 7 Tage vor Reisebeginn" angekündigt.
Nun traffen sie also bereits vier Wochen vor Reisebeginn im Reisebüro ein und am nächsten Tag waren sie in unserem Briefkasten. Die Reiseunterlagen bestanden aus einem Heft im "A4-Drittel" Format. Es enthielt neben unserer Adresse und der unseres Reiebüros noch Angaben zum Reiseverlauf, das Datum der Reise, ein Grußwort, eine Schiffsbeschreibung, einen Plan des von uns gebuchten Decks mit einer Markierung unserer Kabine, eine Anleitung für MSC Express, die Reiseroute nochmals ausführlicher, einen Anfahrtsplan für den Hafen von Genua, das Schiffsticket selbst, eine Kopie davon, die gekauften Getränkepakete, "Nützliche Informationen", die "Allgemeinen Reisebedingungen", die "Internationale Beförderungsregelung" sowie vier Kofferbänder, die wir an den Griffen unserer Koffer befestigen sollten.
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