Fazit unserer Reise mit der MSC Splendida

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05 11 West Europa

Hier wollen wir ein Fazit unserer zweiten Kreuzfahrt ziehen. Dies ist ein ganz persönlicher Blick auf die Reise. Andere Teilnehmer derselben Kreuzfahrt mögen andere Erfahrungen gemacht haben. Wir jedenfalls waren zufrieden, auch wenn wir feststellen mussten, dass einige Dinge anders, in unseren Augen schlechter, als auf der MSC Fantasia gehandhabt wurden. Wir haben uns dennoch auf der MSC Splendida wohl gefühlt, und sowohl in unserer Kabine 11030 als auch in den öffentlichen Einrichtungen des Schiffes einen wunderschönen Urlaub genossen.

Die Kabine 11030 auf Deck 11 war geschmackvoll und zweckmäßig eingerichtet. Der Schrank war ausreichend groß, zwei Koffer und eine Reisetasche konnten wir unter dem Bett verstauen. Dieses war sehr bequem, die Bettdecke aus Leintuch und Wolldecke ist nicht jedermanns Sache, wir sind das aus italienischen Hotels so gewohnt. Man konnte sich auch länger in der Kabine aufhalten, es gab ein Klappsofa, einen Hocker, Couchtisch, Schreibtisch und Minibar. Der Fernseher war allerdings knapp unter der Kabinendecke viel zu hoch angebracht, um beispielsweise bei Schlechtwetter einmal einen ganzen Film entspannt anzusehen. Das Bad oder besser die Nasszelle war zweckmäßig, gerade groß genug, und gut ausgestattet. Handtücher wurden ersetzt, wenn Sie nur feucht waren. Die Sauberkeit in der Kabine ließ manchmal zu wünschen übrig. Beim Bezug fanden wir etliche Haare auf der Tagesdecke, der Couch und dem Teppichboden. Dieser wurde erst am dritten Tag etwas gründlicher gesaugt. Auch im weiteren Verlauf der Reise wurde der Teppichboden nicht täglich gesaugt. Kamen wir vom Frühstück zurück, bevor die Reinigung der Kabine beendet war, wurden wir hereingebeten und die Reinigung wurde abgebrochen, aber leider später nicht fortgesetzt.

Der Balkon war erwartungsgemäß traumhaft. Wir haben auf ihm mehrfach, auch während der Fahrt, die Frühlingssonne genossen. Mit zwei Sesseln und einem Tischchen geht die Ausstattung in Ordnung.

Personal und Service waren in Ordnung, die italienischen Bediensteten wirkten und benahmen sich häufig sehr arrogant. Das trifft besonders auf den Maitre d' des Restaurants Villa Verde und seinen Vertreter zu.
Das asiatische Personal war, anders als wir es von der MSC Fantasia kannten, oft lustlos und desinteressiert, was man besonders beim Frühstück in den Buffetrestaurants Bora-Bora und Pago-Pago beobachten musste. Ein Lächeln für den Gast hatte hier niemand übrig. Dazu kam eine offensichtlich mangelhafte Schulung bzw. Ausbildung. Dies gilt besonders für das oft überforderte Personal im Restaurant Villa Verde.
Die Sicherheitsleute, mit denen wir nur beim Verlassen oder Betreten des Schiffes zu tun hatten, grüßten nicht und waren auch ansonsten eher unhöflich.

Die Essensauswahl hat uns gut gefallen. Die Idee, jeden Abend eine andere italienische Region in den Vordergrund zu stellen, fanden wir wie schon auf der MSC Fantasia gut. Das Essen war dadurch recht abwechslungsreich. Wer mit italienischer Küche nicht zurechtkommt, wird aber sicher seine Probleme haben.
Leider war das Essen zu einem Großteil fad und geschmacklos, zumindest für unsere Gaumen. Offensichtlich wurden hier Zutaten ohne "Gefühl" nach Anweisung zusammengerührt. Das auf der Fantasia so leckere Risotto - das es im übrigen nur selten gab - war mit einer so schwachen Fleischbrühe zubereitet, dass auch kräftigstes Nachsalzen keinen Geschmack mehr ins Gericht brachte. Auf der MSC Splendida zerkocht man mediterrane Leckereien zu Krankenhauskost. Die
Im Reisepreis enthaltene Mahlzeiten sind das Frühstück, das Mittagessen, der Nachmittagskaffe mit Kuchen und Sandwiches, das Abendessen und der Mitternachtsimbiss. Wer zu anderen Zeiten Hunger hat, kann sich gegen Bezahlung eine Kleinigkeit auf die Kabine bringen lassen.
Frühstücken und Mittagessen kann man wahlweise in den Selbstbedienungsrestaurants "Pago-Pago" und "Bora Bora", oder mit Bedienung in den Restaurants "La Reggia" und "Villa Verde". Das Abendessen findet ausschließlich in den Bedienrestaurants statt. Das "Pago-Pago" mutiert abends zur Pizzeria, in der auch Kebab angeboten wird. Dieses Restaurant ist aber zuzahlungspflichtig, wie auch das mexikanische Restaurant "Santa Fé Tex Mex" und das mediterrane Spezialitätenrestaurant "L'Olivo". Auch in der Weinbar "La Cantina" sind Speisen zuzahlungspflichtig. Die Preise in allen Zuzahlrestaurants sind aber moderat. Die Getränkepreise sind gerade noch akzeptabel, und lassen sich durch den Kauf von Getränkepaketen noch etwas drücken. Gegenüber dem Vorjahr wurden die Preise um eine "Service-Charge" in Höhe von 15% erhöht. Die Preise für Espresso und Cappuccino liegen dankenswerterweise auf italienischem Niveau. Ein Espresso an einer der zahlreichen Bars kostet 1,10 Euro.

Das Freizeit- und Unterhaltungsangebot auf dem Schiff ist riesig, wir haben nur einen kleinen Teil davon genutzt. Gut besucht waren stets die Badebereiche, besonders der überdachte Poolbereich 'L'Equatore'. Hier waren auch die Whirlpools meist voll. Es gibt auf dem Schiff aber auch andere Whirlpools, die etwas abseits liegen und daher nicht so stark frequentiert sind. Eher klein ist die so genannte Thermalzone, bestehend aus mehreren kleinen Saunen, zwei Dampfbädern und einem Ruheraum. Dieser hat gerade mal acht Liegen, die fast immer belegt waren. Während der Sommermonate dürfte die Thermalzone aber sowieso zu den weniger gefragten Angeboten gehören. Ungewohnt und für Saunagänger eher lästig ist die Regelung, dass die Saunen nur mit Badebekleidung benutzt werden dürfen. Der Eintritt ist mit 12 Euro pro Person und Stunde auch zu teuer, erst bei kombinierten Sonderangeboten ergeben sich günstigere Besuchsmöglichkeiten.
Wer Ruhe sucht, findet sie auf dem großen Schiff problemlos, und sei es in der Kabine oder auf dem Balkon. Wer sich unterhalten lassen möchte, findet ein großes und vielseitiges Angebot, wie beispielsweise Squash, Tischkicker, Tischtennis, Aerobic, 4D-Kino, Formel1-Simulator. Animation mit allen möglichen Spielchen findet in der "Aft Lounge' statt. Im Theater "The Strand Theatre findet allabendlich eine knapp halbstündige Show mit Tanz- Gesangs- und Artistikelementen statt, jeweils eine für die Gäste der ersten und der zweiten Essenssitzung.

Die MSC Splendida ist ein riesiges Schiff, das mehr als 3900 Passagiere beherbergen kann, wir fanden es aber trotzdem nie zu groß. Die Passagiere verteilten sich sehr gut auf dem Schiff, selten sahen wir mehr als 50 Menschen gleichzeitig. Ausnahmen waren das Frühstück im Buffetrestaurant, das Abendessen und Aufführungen oder Vorträge im "Strand Theatre". Wer hierzulande ein größeres Kino besucht, wird aber ebenfalls so viele Menschen sehen. Selbst beim Abendessen im Cerchio d'Oro fühlte man sich dank der räumlichen Trennelemente wie in einem gut besuchten Restaurant, nicht wie in einem Speisesaal.

Die Reiseroute fanden wir auch bei dieser - unserer zweiten Kreuzfahrt - ansprechend und interessant.
Die vielen, nahezu täglich aufeinanderfolgenden Landaufenthalte waren sehr interessant, es blieb allerdings nur wenig Zeit, das Erlebte und Gesehene zu verarbeiten. Das geschah erst nach der Kreuzfahrt beim Ansehen der Fotos - mehr als 1600 sind es geworden.
An den nur zwei Seetagen (dazu kamen noch zwei halbe Tage) der 11-tägigen Reise konnten wir die Unterhaltungs- und Freizeitangebote des Schiffes nutzen.

Was uns gefallen hat

  • die MSC Splendida selbst
  • das geschmackvolle Innendesign
  • das Bordinformationssystem
  • die Whirlpools
  • die Bali-Massagen
  • der Ruheraum in der Thermalzone

Was uns nicht gefallen hat

  • das unschöne Melamingeschirr im SB-Restaurant
  • Holzspatel statt Kaffeelöffeln im SB-Restaurant
  • der grauenhaft schmeckende Kaffee
  • das fade, schwach gewürzte Essen
  • keine Möglichkeit, vom Schiff nach vorne über den Bug zu sehen
  • die fehlende Freundlichkeit eines Großteils des Personals
  • der arrogante Maitre d'Hotel und sein Stellvertreter im Villa Verde
  • die Horror-Preise für Handy-Telefonie und SMS auf See
  • die Pflicht zum Tragen von Badekleidung in der Sauna

und abschließend noch ein bißchen Statistik:

Mit dem Schiff zurückgelegte Wegstrecke:

von nach Seemeilen Kilometer (SM * 1,852) Fahrzeit in Std.
Genua (Italien) Katakolon (Griechenland) 782 sm   39 Std.
Katakolon (Griechenland) Piräus (Griechenland) 243 sm   14,5 Std.
Piräus (Griechenland) Rhodos (Griechenland) 270 sm   15 Std.
Rhodos (Griechenland) Alexandria (Ägypten) 330 sm   18 Std.
Alexandria (Ägypten) Heraklion (Kreta, Griechenland) 366 sm   34 Std.
Heraklion (Kreta, Griechenland) La Valletta (Malta) 523 sm   25 Std.
La Valletta (Malta) Messina (Sizilien, Italien) 160 sm   10 Std.
Messina (Sizilien, Italien) Neapel (Italien) 175 sm   14 Std.
Neapel (Italien) Genua (Italien) 336 sm   17 Std.
Gesamt   3185 sm 5898,6 km 186,5 = 7 Tage und 18,5 Std.

Bei Landausflügen zurückgelegte Wegstrecken:

Ort was? Kilometer Zeit in Std.
Katakolon (Griechenland) Wanderung, Ortsbesichtigung    
Piräus/Athen (Griechenland) Portbus, Fußwege, Metro, Bus 53 km  
Rhodos (Griechenland) Spaziergang    
Alexandria/Kairo (Ägypten) Bustour, Fußwege, Nil-Schiff 470 km  
Heraklion (Kreta, Griechenland) Portbus, Spaziergang    
La Valletta (Malta) Spaziergang    
Messina (Sizilien, Italien) Spaziergang 5 km  
Neapel Spaziergang, Standseilbahn    
Gesamt   669 km 39,25

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